Resilienz – ein Führungsansatz?
Der Begriff Resilienz stammt ursprünglich aus der Physik und bezeichnet in der Werkstoffkunde die Fähigkeit eines Werkstoffes, sich verformen zu lassen und dennoch in die ursprüngliche Form zurückzufinden.

engl. Resilience = Elastizität, Spannkraft lat. Resilire = zurückspringen, abprallen deutsch = Widerstandskraft / Widerstandsfähigkeit

Heute steht der Begriff unter anderem für Krisenkompetenz. Resilienz ist dann die Fähigkeit, Krisen durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen zu meistern und als Anlass für Entwicklungen zu nutzen. Man hat erkannt, dass es in jeder Lebenslage hilfreich ist widerstandsfähig zu sein, daher versteht man heute unter resilienten Menschen jene, die mit der zunehmenden Belastung in der Arbeitswelt angemessen umgehen können und sich trotz zunehmender Komplexität der Aufgaben ihre psychologische Gesundheit erhalten.

Die Psychologieprofessorin Emmy Werner von der University of California studierte mit Ihrem Team aus Kinderärzten, Psychologen, sowie Mitarbeitern des Gesundheits- und Sozialdienstes, den Einfluss einer Vielzahl von biologischen und psychosozialen Risikofaktoren auf die Entwicklung von 698 Kindern, die 1955 auf der Insel Kauai (Hawaii) geboren wurden. An diese Forschungsstudien haben sich in den vergangen Jahren weitere Institute angeschlossen, die zu ähnlichen Ergebnissen kommen, wie Emmy Werner. (Diane L. Coutu (2002), „How Resilience Works“, Harvard Business Review; Gary Hamel, Liisa Välikangas (2003), „The Quest for Resilience“, Harvard Business Review; Al Siebert (2009), Resiliencycenter)

Wesentliche Faktoren, die die Resilienz beeinflussen sind natürlich die familiäre Herkunft und die weitere Sozialisation, aber auch die Intelligenz und insbesondere die emotionale Intelligenz, d. h. die Fähigkeit Emotionen und Handlungen zu kontrollieren und sinnvoll über seine aktive Einstellung zu Problemen zu entscheiden (Problemfixierung vs. Problemlösungsorientierung).

Resilienz beschreibt nicht die eine Methode, sondern umschreibt eine Reihe von Strategien die man sich aneignen kann.

Aktuelle Erkenntnisse zeigen, dass Resilienz erlernbar ist bzw. dass jeder seine Resilienz verbessern kann. Es wurde untersucht welche Merkmale bei besonders resilienten Personen festzustellen sind, diese sind im Ansatz bei jedem Menschen vorhanden bzw. angelegt, nur nicht jeder weiß diese Merkmale zu wecken oder zu nutzen. Dies zu erreichen ist der Ansatz aktueller Coaching-Angebote zur Resilienz und sollte die Zielsetzung verantwortungsvoller Unternehmen und Personalverantwortlicher sein – dies ist eine erweiterte und pro-aktive Form von betrieblichem Gesundheitsmanagement. Die gezielte Stärkung der inneren Stärke und Widerstandskraft, die Mitarbeitern hilft sowohl stabil und sicher als auch flexibel und beweglich mit den vielfältigen Anforderungen des Arbeitstages umzugehen ist eine besondere Form der Potenzialerweiterung des Einzelnen, aber auch ganzer Teams.

Der Ansatz die Resilienz zu stärken ist ein Coaching-Programm für den Einzelnen, bedingt und verstärkt sich aber durch einen gleichzeitigen Teamprozess. Es gilt zu erkennen:
  • Wie sieht es mit meiner Widerstandsfähigkeit, meiner Flexibilität und Belastungsfähigkeit aus?
    • Wie erkenne ich Signale?
      Welche Strukturen sind hilfreich?
      Was sind stabilisierende Faktoren (sachlich und menschlich)?


  • Wie ist mein Bewusstsein für die Voraussetzung von Leistungsfähigkeit?
    • Wie sieht es mit den verschiedenen „Energiehaushalten“ bei mir aus?
      Warum und wie wird Stress unterschiedlich wahrgenommen?


  • Können wir im Team systematisch Grenzerweiterungen planen und einüben?


  • Wie sieht es mit meinem Gleichgewicht zwischen Belastungen und Ressourcen aus?
    • Vermeidung von Überforderung und Burnout
      Welche Verantwortung trägt eine Führungskraft?
      Stärken und Schwächen der Mitarbeiter erkennen und kennen


  • Aktive Netzwerkpflege für Krisenzeiten
    • Respekt und Aufmerksamkeit im Team


  • Komplexe Themen im Team differenziert betrachten und klar benennen
    • Verantwortung übernehmen
      Arbeit an der persönlichen Haltung
      Soziale Ressourcen schaffen
      Entscheidungskompetenzen erhöhen
      Veränderungen aktiv gestalten


    Resilienztraining mit Methoden der Transaktionsanalyse

    Hilfreiche Werkzeuge zu diesem Entwicklungsprozess bieten Methoden der humanistischen Psychologie, insbesondere der Transaktionsanalyse. Ein praxiserprobtes Konzept haben die beiden Trainer und Coaches Anette Werner und Peter Bremicker bereits in mehreren Unternehmen und Institutionen in der Schweiz, im Rhein-Main-Gebiet sowie in Mittelhessen initiiert und durchgeführt.

    Die „sieben Aspekte der Resilienz“:

    • Akzeptanz,
    • Lösungsorientierung,
    • Selbststeuerung,
    • Beziehungen gestalten,
    • Verantwortung übernehmen,
    • Zukunft gestalten,
    • Optimismus


    werden mit Übungen, Impulsen und Trainings zu Konzepten der Transaktionsanalyse wie dem „Functional Fluency“ (Fähigkeit eines Menschen sein gesamtes Verhaltensrepertoire flexibel und situationsangemessen einzusetzen) und unteranderem der „Strokeökonomie“ erarbeitet und verinnerlicht.

    Letztlich geht es darum Führungskräften Methoden und Werkzeuge an die Hand zu geben, die sie befähigen verantwortungsvolles Ressourcenmanagent mit sich und ihren Mitarbeitern zu betreiben. Ein wertorientierter Ansatz, der die Mitarbeiter wertschätzt, sie individuell wahrnimmt und sie befähigt ihre Aufgaben und Verantwortung motiviert nicht nur dauerhaft, sondern auch einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess folgend wahrzunehmen.

    Der Autor Alexander Henrich ist seit 1999 „Frankfurter Diplom-Kaufmann“ und seitdem als Manager, Organisator und Initiator von verschiedenen Bildungs- und Beratungsangeboten aktiv. In seiner Kommunikations-Werkstatt „werkeln“ u. a. auch die o. g. Coaches Anette Werner und Peter Bremicker am beschriebenen Resilienztraining mit Methoden der Transaktionsanalyse. Weiterführende Informationen können gerne angefordert werden: alexander@kommunikations-werkstatt.de